Photovoltaik Zuhause

 

Wer sich mit Elektromobilität beschäftig, beschäftigt sich in der Regel auch mit Photovoltaik (PV).

 

Natürlich ist es sinnvoll seinen Strom selbst zu produzieren und erst recht je mehr man davon auch selbst verbrauchen kann.

 

Eine Photovoltaikanlage zu kaufen ist aber leider nicht ganz so einfach wie der Kauf eines elektrischen Fahrzeugs. Es gilt eine Reihe von technischen Bedingungen wie auch administrativen Fragestellungen zu klären und zu berücksichtigen.

 

Diese Subseite soll helfen die gängigsten Fragen auf dem Weg zur eigenen PV-Anlage zu klären.

 


Balkonanlage oder Stecker-Solargerät als einfacher Einstieg in die PV Nutzung

 

Was ist bei der einfachsten aller PV Anlagen zu berücksichtigen?

  • Die Anlage darf maximal 600W in das Hausnetz einspeisen. Entscheidend ist nicht die Größe der PV Module sondern die vom Wechselrichter tatsächlich abgegebene maximale Leistung.
  • Die Anlage kann einfach über einen Schukostecker in das Hausnetz eingesteckt werden. Die Installation durch einen Fachbetrieb ist nicht notwendig, aber sinnvoll.
  • Der Wechselrichter muss die Deuschen (DGS) Sicherheitsstandards (Netzabschaltung) einhalten.
  • Sie müssen ein Stecker-Solargerät sowohl beim Netzbetreiber wie auch im Markstammdatenregister der Bundesnetzagentur anmelden!

Viele Tipps und Links finden sie auf der Seite der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.


Wieviel Strom bauche ich eigentlich?

 

Bevor man sich ans Werk macht eine PV-Anlage zu planen ist es sinnvoll einige Daten zu sammeln, um alle nötigen Entscheidungen zu treffen.

  • Wie hoch ist mein Stromverbrauch im Jahr?
    Hier kann die aktuelle Stromrechnung Auskunft geben oder regelmäßiges ablesen des eignen Stromzählers.
    Hilfreich kann auch die Analyse der Verbräuche über das Jahr verteilt sein. (Was brauche ich an Strom im Winter?)
  • Welche Flächen stehen mir für eine PV zur Verfügung?
    • geeignete Dachflächen mit Größe, Ausrichtung, Neigung und Verschattung (Notieren sie Flächen in ALLE Himmelsrichtungen)
    • geeignete Freiflächen
    • geeignete Überdachungen wie Terassenüberdachung, Carport, etc.
  • Was habe ich schon alles unternommen, um meinen Stromverbrauch zu senken?
    Der beste Strom ist der, den man nicht braucht. Es gibt eine Reihe von Maßnahmen die man durchführen kann um elektrische Energie einzusparen.
    z.B. Nutzung von
    • LED Leuchtmittel
    • Sparsame Haushaltsgeräte (Kühlschrank, Waschmaschine, Spülmaschine, Staubsauger, Induktionsherd, etc.
    • Sparsame Haustechnikkomponenten wie Pumpen, Bewegungsmeder, etc.
    • Reduzierung der Nutzungsdauer (Beleuchtung nur einschalten, wenn sie gebraucht wird, etc.)
    • Sparsame Wärmepumpe (Neue Geräte können effizienter sein)
    • Abschaltung über Steckerschalter um den Standby-Verbrauch zu reduzieren (z.B. TV)
  • Was sind Ihre Beweggründe für eine PV-Anlage?
    • Kosteneinsparung
    • Klimaschutz
    • Autarkie (Wie hoch soll der Anteil der Selbstversorgung sein?)
    • Notstromversorgung
  • Welche elektrischen Großverbraucher könnten in den nächsten 10 Jahren dazu kommen?
    • Elektroauto
    • Wärmepumpe
    • Infrarotheizung
  • Sind sie Mieter oder Eigentümer?
  • Betreiben sie ein Gewerbe?

Bitte notieren sie sich die Antworten auf diese Fragen. Ein Großteil der Auslegung der Anlage ist durch die Antworten auf diese Frage bestimmt.


 Checkliste für Photovoltaikprojekte

 

Die folge Checkliste soll bei der Projektplanung helfen. Hier ist alles notiert was beachtet werden muss.

  1. Erste Bedarfs- und Nutzungsplanung (PV Größenordnung, mit oder ohne Speicher, verfügbare Flächen, Verfügbares Budget, etc.)
  2. Angebote (Inkl. MwSt.) von mehreren Solar-Fachbetrieben (Solateure) einholen
  3. Wirtschaftlichkeitsberechnung und Steuermodell auswählen (Kleingewerbe vs. Privatkauf)
  4. Auswahl des Solateurs
  5. Prüfung der Dachstatik und der Notwendigkeit einer Baugenehmigung
  6. Prüfung des Denkmalschutzes falls notwendig
  7. Prüfung des Naturschutzes (Erhaltung von z.B. Lebensräumen für Fledermäuse und Insekten)
  8. Planung aller Komponenten und aller formaler Schritte
  9. Planung der Finanzierung und Prüfung auf Subventionen mit deren Beantragungsprozess
  10. Planung aller Pflichtmeldungen, Anträge und Registrierungen
  11. Bau der Anlage
  12. Versicherung der Anlage
  13. Beantragung des Netzanschluss Begehrens beim Versorgungsnetzbetreiber und Antrag auf Messstellenbetrieb
  14. Abschluss der Finanzierung
  15. Anmeldung bei der Bundesnetzagentur (Markstammdatenregister)
  16. Ggf. Anmeldung beim Finanzamt und Gewerbeanmeldung
  17. Inbetriebnahme


Wie kommt der PV-Strom ins Auto?

Um ein Fahrzeug mit PV Strom zu laden, gibt es einige Möglichkeiten.

Man kann das Fahrzeug manuell laden, wenn die PV-Anlage Strom liefert und die Ladung deaktivieren wenn kein Strom von der PV kommt.

Dieser Prozess lässt sich mit der richtigen Wallbox auch automatisieren. Dazu muss die Wallbox mit dem PV-Wechselrichter kommunizieren.

Diese Kommunikation erfolgt heute in der Regel über das Hausnetzwerk. Viele "smarte Wallboxen" sind in der Lage die momentane Leistung des PV-Wechselrichters abzufragen und die Ladung entsprechend zu starten sowie die Ladeleistung entsprechend der Produktion anzupassen.

Die Steuerung muss dabei die Wallbox übernehmen, daher ist es wichtig die Wallbox nach diesem Kriterium auszuwählen.


Kann ich Strom aus dem Auto im Haus nutzen?

Die Möglichkeit den Gleichstrom aus der Autobatterie zurück in Wechselstrom für die Nutzung im Haus zu verwenden, nennt man "Vehicle to Home" Funktion oder V2H. Diese Funktion gibt es schon seit 2010 z.B. in Japan und mit allen Fahrzeugen mit CHAdeMO Anschluß. Dabei wird ein Wechselrich als Ladestation verwendet der die Energie in beide Richtungen senden kann. Diese Möglichkeit bezeichnet man als "Bidirektionales Laden". Speist man den Strom aus dem Fahrzeug ins öffentliche Stromnetz ein so nennt man die Funktion "Vehicle to Grid" oder V2G.

Fahrzeuge wie der Hyundai Ioniq 5 oder Kia EV6 bieten nun die Möglichkeit den eingebauten (Lade-)Wechselrichter in beide Richtungen (Bidirektional) zu verwenden. Das ermöglicht die Entnahme von Strom direkt aus dem Fahrzeug, um Wechselstromgeräte unterwegs nutzen zu können. Man nennt diese Funktion "Vehicle to Load" oder V2L

Der Anschluß an die Hauselektrik über eine Wallbox ist leider noch problematisch. In Deutschland muss jedes "einspeisende Gerät" vom Netzbetreiber genemigt werden was bei V2x nicht immer gelingt. Mit welcher Technik und welchen Geräten es zulässig ist, ist leider noch unklar. Wichtigster Punkt in dieser Technik ist immer die Möglichkeit den verwendeten Wechselrichter mit dem öffentlichen Stromnetz in seiner Phase zu synchronisieren. Leider unterstüzen die aktuellen Fahrzeuge mit Typ2 und CCS Anschluß diese Möglichkeit noch nicht.


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