Fragen und Antworten


Rechtliche Fragen

 

Was erlaubt ist, was nicht. Sonderrechte im Elektroauto? Im Elektroauto unterwegs, tauchen nicht nur technische, sondern auch rechtliche Fragen auf. Uwe Lenhart, Fachanwalt für Verkehrsrecht in Frankfurt, weiß Rat.

Eine Ladesäule mit ausgewiesenem Parkplatz nur für E-Autos ist von einem Auto mit Benzinmotor belegt. Riskiert dessen Halter ein Verwarnungsgeld?
Ja. Ordnungswidrig handelt, wer eine durch Verkehrszeichen und Zusatzschild gegebene Anordnung nicht befolgt. Die Parkerlaubnis kann durch ein Zusatzzei-chen insbesondere nach Fahrzeugarten beschränkt sein.

Darf ich den widerrechtlich vor der Ladestation stehenden Wagen mit Benzinmotor zuparken und mein Kabel über dessen Auto an die Ladesäule verlegen?
Nein. Wer einen Parkplatz zuparkt, kann versuchte oder vollendete Nötigung begehen. Zwar wird strafbare Nötigung nur dann angenommen, wenn es dem Täter gerade auf die Beschneidung der Handlungsmöglichkeiten des Geschädigten ankommt. Hat der Täter aber das Blockieren des geparkten Fahrzeugs bemerkt, ist er zur unverzüglichen Beseitigung dieses Zustands verpflichtet. Anderenfalls kann Gewalt durch Unterlassen zu bejahen sein. Es droht Geldstrafe in Höhe eines Monatsnettoeinkommens.

Kann ich einen Abschleppdienst beauftragen oder die Polizei rufen, damit sie den Parksünder abschleppen lässt?
Der Abschleppdienst wird den Auftrag ablehnen. Nur der Eigentümer des Parkplatzes oder dessen Beauftragter können den unberechtigten Nutzer abschleppen lassen und von diesem die dafür entstandenen Kosten verlangen. Die hier gegenständlichen Parkplätze sind öffentlich, so dass in erster Linie die Polizei zuständig wäre. Da mit einer Abschleppmaßnahme auch spezial- und generalpräventive Zwecke verfolgt werden dürfen, ist eine konkrete Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer nicht Voraussetzung. Für ein sofortiges Abschleppen reicht auch ein bloßer Parkverstoß. Ein Anspruch auf Einschreiten der Polizei besteht nicht, dieses liegt im Ermessen des Beamten.

Wenn eine Ladesäule nur dadurch zu erreichen ist, dass ich den Bürgersteig befahre, darf ich dann dort auffahren und zum Laden parken?
Nein. Fahrzeuge müssen die Fahrbahn benutzen. Zum Parken ist der rechte, in Einbahnstraßen auch der linke Seiten-streifen zu benutzen. Dazu gehören ebenfalls entlang der Fahrbahn angelegte Parkstreifen. Mitbenutzung des Gehwegs zum Fahren und Halten von Personenkraftwagen sieht die Straßenverkehrsordnung nicht vor und ist bußgeldbewehrt.

Was geschieht, wenn ich einen Platz vor einer Ladesäule belege, aber nicht lade? Oft steht dort „Elektrofahrzeuge während des Ladevorgangs frei“.
Man muss mit einem Verwarnungsgeld wegen eines Parkverstoßes rechnen. Halte- oder Parkverbot gelten nämlich nur für ein Elektroauto nicht, das dort geladen wird.

Wer haftet, wenn ein Fußgänger über mein an einer Ladesäule hängendes Ladekabel stolpert und sich verletzt?
Das Laden des Fahrzeugs ist bereits dem Betrieb des Fahrzeugs zuzuordnen, so dass sich eine Haftung aus der Betriebsgefahr ableiten lässt. Diese ist nur bei höherer Gewalt ausgeschlossen. Wenn das Ladekabel quer über den Bürgersteig verläuft, kann das auch einen Verstoß gegen Verkehrssicherungspflichten darstellen. In allen Fällen kommt ein Mitverschulden des Fußgängers in Betracht. Der Haftpflichtversicherer ist jedenfalls im Rahmen der Haftung des Halters/Fahrers eintrittspflichtig.

Quelle: FAZ vom 5.5.2017 http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/auto-verkehr/was-erlaubt-ist-was-nicht-sonderrechte-im-elektroauto-14992666.html

 


Allgemeine Fragen zur Elektromobilität

 

Welche Elektroautos und Plug-In-Hybrid-Autos kann man heute kaufen?

Es gibt mittlerweile zahlreiche Fahrzeuge zur Auswahl.
Einige Listen von verfügbaren Fahrzeugen finden Sie hier:

Wie weit kann ich mit einem reinen Elektroauto auf einer Batterieladung fahren?
Die Hersteller machen eine Kilometerangabe für die Reichweite ihrer Fahrzeuge nach dem Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ).
Da die Reichweite aber direkt proportional zur Fahrweise ist, muss dieser Wert hinterfragt werden.
Fährt man 150 km/h, benötigt man durch den Luftwiderstand fast doppelt so viel Energie wie bei 80 km/h. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Reichweite.
Bei meiner normalen Fahrweise auf Landstraßen und in der Stadt würde ich im Sommer etwa 30% und im Winter 50% vom NEFZ-Wert abziehen.

Die eigentlich relevante Frage lautet aber:
Wie weit muss ich an einem durchschnittlichen Tag maximal fahren können?
Wir denken nämlich von Tankstellen-Stop zu Tankstellen-Stop.
Da ein Elektrofahrzeug aber zu Hause geladen werden kann, muss ich nur herausfinden, wie weit ich an einem normalen Tag maximal fahren muss. Wenn das Fahrzeug diese Strecke sicher erreicht oder übertrifft, kann ich problemlos auf ein Elektrofahrzeug umsteigen. Für weitere Reisen kann ich dann Schnelllader nutzen.

 

Wo kann ich mein Elektroauto oder Plug-In-Hybrid-Auto laden?

Am einfachsten und bequemsten kann man sein Elektrofahrzeug zu Hause aufladen.
Für Reisen findet man Ladepunkte in fast allen Städten und Schnellladesäulen an vielen Autobahnen.
Näheres unter Tipps.

 

Wie kann ich ein Elektroauto oder Plug-In-Hybrid-Auto laden?

Fast alle Fahrzeuge kann man an einer normalen Haushaltssteckdose mit 10 Amper Wechselstrom laden.
Für Fahrzeuge mit einer Batterie größer 20kWh empfiehlt sich aber eine sogenannte Wallbox (Wandladestation), da das Laden an der Haushaltssteckdose einfach zu lange dauert. Eine Wallbox kommuniziert mit dem Fahrzeug und stellt den größtmöglichen Ladestom ein. Dadurch können deutlich kürzere Ladezeiten erreicht werden. Wallboxen gibt es zur festen Montage aber auch an einem Ladekabel für den mobilen Einsatz.
Bevor Sie ein Fahrzeug kaufen, kontaktieren Sie Ihren Elektriker und besprechen Sie Ihre Möglichkeiten mit ihm!

Für schnelles Laden auf Reisen kann man Gleichstromlader mit hohen Spannungen und Strömen nutzen.
So kann man Ladezeiten von 20 - 40 Minuten, von 10% auf 80% Ladung erreichen.
Leider sind diese Gleichstrom-Anschlüsse nicht serienmäßig bei allen Fahrzeugen verbaut und müssen machmal optional bestellt werden.

 

Nähere Informationen finden Sie auch hier:

Wie lange dauert das Laden eines Elektroautos zu Hause?

Wenn man seinen Ladepunkt zu Hause für das Fahrzeug seiner Wahl entsprechend ausgelegt hat, spielt die Zeit keine allzu große Rolle mehr. Sie stellen das Auto abends in die Garage und morgens ist es voll geladen.

Die Grundlagen sind aber einfach zu berechnen.
Wenn mein Fahrzeug z.B. eine 30 kWh Batterie besitzt und einen Typ 1 Ladeanschluss bis 7,4 KW, kann ich eine Wallbox mit 16 oder 32 Amper installieren.

 

Die Ladezeit bei 16 Ampere von ganz leerer auf ganz volle Batterie errechnet sich dann wie folgt:
16 Amper x 230 Volt = 3.680 Watt

30.000 Wh / 3.680 Watt = 8,15 h

Da die Ladeleistung von etwa 80% bis 100% von der Elektronik langsam reduziert wird und in der Elektronik und Batterie kleine Verluste auftreten, kann man auf etwa 9 Stunden aufrunden.

 

Die Ladezeit bei 32 Ampere von ganz leerer auf ganz volle Batterie errechnet sich dann wie folgt:
32 Amper x 230 Volt = 7.360 Watt

30.000 Wh / 7.360 Watt = 4,1 h

Hier kann man auf etwa 4,5 Stunden aufrunden.

 

Was ist ein "Plug-In-Hybrid-Auto"?

Als Plug-In-Hybrid werden Autos bezeichnet, die sowohl einen Verbrennungmotor als auch einen Elektromotor mit Batterie besitzen. Sie können stark begrenzte Entfernungen (5-40 km) rein elektrisch zurücklegen und so Emissionen minimieren. Die Batterie wird dann an einer Steckdose wieder aufgeladen. Auf weiteren Strecken oder bei starker Beschleunigung läuft dann der Verbrennungsmotor mit und verbraucht fossilen Brennstoff. Wer regelmäßig weite Strecken zurücklegen muss, findet bei den Plug-Ins eine Alternative zum reinen Verbrennungs- oder Elektro-Auto.
Nähere Informationen finden Sie auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Plug-in-Hybrid

 

Was ist ein "Range Extender" oder "Reichweitenverlängerer"?
Ein Auto mit Range Extender ist ein Elektroauto, das einen Verbrennungsmotor an Bord hat, der zusätzlichen Strom produzieren kann. Es wird ähnlich genutzt wie ein Plug-In-Hybrid-Auto mit dem Unterschied, dass der Verbrennungsmotor nicht die Räder direkt antreibt, sondern einen Generator zur Stromproduktion.
Nähere Informationen finden Sie auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Reichweitenverl%C3%A4ngerer

 

Ist ein Elektroauto nicht unsicher und langsam?

Nein, moderne Elektrofahrzeuge entsprechen den modernsten Sicherheitsstandards.
Besonders die Fahrzeuge von Tesla sind sogar sicherer als der Standard und gehören zu den sichersten Fahrzeugen überhaupt.
Langsam sind Elektrofahrzeuge keineswegs. Ein Elektromotor entwickelt sein volles Drehmoment schon im Stand und ist somit einem Verbrennungsmotor weit überlegen. Schon die Beschleunigung eines Renault ZOE, Nissan Leaf oder BMW i3 ist sehr beeindruckend. Das Serienfahrzeug Tesla Modell S P100D L beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 2,4 Sekunden!

 

Ein Elektroauto ist so leise! Ist das nicht gefährlich für Fußgänger?

Fahrzeuge im Elektrobetrieb machen kaum ein Motorgeräusch. Das Abrollgeräusch der Reifen ist jedoch genau so hörbar wie bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.
Von den meisten Teilnehmern im Straßenverkehr wird erwartet, den Verkehr mit den Augen wahrzunehmen.
Um Fußgänger dennoch zu schützen, verbauen viele Hersteller von Elektrofahrzeugen einen "Geräuschgenerator", der bis 30 km/h auf das Fahrzeug aufmerksam macht.
In der Oberklasse der Verbrennungsmotoren wird übrigens viel Technik eingebaut, um die Motoren ebenfalls "unhörbar" zu machen. Für diese Fahrzeuge gibt es jedoch keine Geräuschgeneratoren unter 30 km/h.

 

Interesse an der Elektromobilität?
Wir sind eine Gruppe von E-Mobilisten und Interessierten aus dem Raum Marburg.
Wenn Sie einfach nur mal schauen wollen wie das so funktioniert oder spezielle Fragen haben, kommen Sie doch zu einem unserer Treffen oder nehmen Sie Kontakt auf. Unsere nächsten Termine finden Sie auf der Termine-Seite.